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Darf ich vorstellen: die Buchprinzessin

Sie übersetzt Bücher. Nein, keine Krimis, keine Romane, sondern in der Regel Sachbücher. Die Rede ist von Susanne Schmidt-Wussow, der Buchprinzessin.

Ihr erstes Buchprojekt hat sie im Jahr 2000 in Auftrag bekommen. Es handelte sich um ein französisches Buch über Meerwasseraquarien, der Auftraggeber war ein sog. Book-Packager, der für den Verlag das gesamte Projekt einschließlich Übersetzung, Lektorat, Satz und Druck abwickelte. Für dieses Büro arbeitet meine geschätzte Kollegin Susanne heute noch, aber inzwischen ist sie auch direkt für verschiedene Verlage tätig.

Die meisten Bücher übersetzt sie aus dem Englischen ins Deutsche, wobei in jüngster Zeit immer wieder französische und sogar einige wenige japanische Bücher dabei waren. Insgesamt sind es bis heute unglaubliche 119 Titel. Besonders gerne übersetzt die 

Buchprinzessin Naturführer und Bücher, die mit Tieren zu tun haben. Eine andere große Leidenschaft der Buchprinzessin sind Sachbücher für Kinder: „Altersgerecht zu formulieren, ist nicht immer einfach – und oft genug tut es das Original auch schon nicht; zum Glück bin ich durch meine Kinder da ganz gut im Training,“ erklärt Susanne Schmidt-Wussow und ergänzt: „Ich stelle mir einfach vor, dass ich es (je nach Altersgruppe) einem meiner beiden Kinder vorlese, dann merke ich von selbst, was funktioniert und was nicht.“

Ein weiteres Steckenpferd ist die Übersetzung von Kochbüchern. Inzwischen hat die Buchprinzessin bereits einige große Namen übersetzt, wie zum Beispiel Giorgio Locatelli, Marcella Hazan, Gwyneth Paltrow oder auch das NOMA-Kochbuch. Und schließlich hat sich Susanne Schmidt-Wussow vor 3 Jahren einen großen Traum erfüllt und ist durch eine gezielte Akquise-Aktion in den Bereich Kinderliteratur vorgestoßen: „Das ist einfach nur toll“, freut sie sich.

An diesem Standbein gefällt der Buchprinzessin vor allem, dass die Ausgangstexte in aller Regel eine gute Qualität aufweisen und nicht wie manche Fachtexte aus der Industrie hastig zusammengeschrieben wurden und dass die Projekte sie längere Zeit am Stück beschäftigt halten. Interessant ist wohl auch die Arbeitsweise, die sich dadurch ergibt: „Ich habe das Gefühl, dass beim Buchübersetzen ganz andere Bereiche des Gehirns angesprochen werden, ich muss und darf viel kreativer arbeiten, das ist eine willkommene Abwechslung zu den Fachübersetzungen“, kommentiert Susanne Schmidt-Wussow. Und ganz nebenbei lernt sie auch sehr interessante Dinge, gerade aus den Tierbüchern, aber auch aus manchen Kindersachbüchern.

Ihre beiden Standbeine – auf der einen Seite die Übersetzung von Büchern als Buchprinzessin und auf der anderen Seite die  medizinischen Fachübersetzungen – hat Susanne Schmidt-Wussow bewusst getrennt mit jeweils einer eigenen Webseite, Visitenkarte und Mail-Adresse. Auf der Suche nach einer griffigen URL für die Webseite kam sie so für den einen Bereich auf den Namen Buchprinzessin.

Wer glaubt, das Übersetzen von Sach-, Kinder- oder Kochbüchern sei einfach, irrt gewaltig. Für diese anspruchsvolle Tätigkeit ist es von oberster Priorität, veröffentlichungsreif – also druckreif – und gleichzeitig zielgruppengerecht zu formulieren, wohingegen bei Fachtexten die Kunden allzu häufig lediglich den Informationsgehalt im Vordergrund sehen und zum Beispiel bei Patenten die Formalien wichtiger als die Lesbarkeit sind. Dass Susanne Schmidt-Wussow hier ein echter Profi ist, geht allein schon daraus hervor, dass die meisten ihrer Übersetzungen – Fachartikel wie auch Bücher – nahezu unverändert in Druck gehen. Ein dreifach Hoch der Buchprinzessin!