Wie finde ich…?

Wie finde ich einen (guten) Übersetzer?

Wissenswertes zum Thema Übersetzer und Übersetzungen

10 Tipps
Die Kernfrage lautet: "Wie finde ich einen (guten) Übersetzer?" Ein Blick in die berühmten gelben Seiten bringt die erste Ratlosigkeit - dort finden Sie häufig mehr als eine A4-Seite mit Übersetzern und Dolmetschern. Erste Anrufe bei einigen Anbietern führen zur nächsten Ratlosigkeit: Die Preisgestaltung weicht teilweise erheblich von Angebot zu Angebot ab. Nicht gerade eine einfache Sache, sich jetzt für die oder den "Richtige/n" zu entscheiden...

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie Sie als Auftraggeber den passenden Übersetzer finden und wie Sie sich vor Fallen schützen können:

Tipp 1: Grundsätzliche Qualifikation

In Deutschland gibt es für fast jeden Beruf einheitliche Ausbildungsgrundsätze und Berufsbezeichnungen. Sind Sie z.B. bei einem Steuerberater, dann können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Mann (oder die Frau) über einen qualifizierten Abschluss verfügt. Leider ist das bei Übersetzern z.Zt. noch nicht so - jeder, der in Deutschland Lust und Zeit hat, darf sich als Übersetzer oder Dolmetscher mit einem großen Schild an seiner Tür auf die Kunden stürzen. Achten Sie in jedem Fall darauf, welche grundsätzliche Qualifikation besteht. Am sichersten gehen Sie, wenn Sie Übersetzern, die ein entsprechendes Hochschulstudium (mit einem Abschluss als Diplom-Übersetzer oder Diplom-Dolmetscher) absolviert haben, Ihren Auftrag anvertrauen. Fragen Sie nach der Qualifikation, ein professioneller Übersetzer wird Ihnen diese Frage nicht übel nehmen. Im Gegenteil!

Tipp 2: Fachliche Eignung/Erfahrung

Die zweite Frage, die Sie klären müssen, lautet: "Kann der Übersetzer aufgrund seiner Fachkenntnisse mein Dokument übersetzen?"
Zuerst einmal eine Feststellung: Niemand kann alles perfekt übersetzen und in jedem Bereich qualifizierte Leistung erbringen. Wer Ihnen als Übersetzer so etwas verspricht, disqualifiziert sich mit dieser Aussage selbst. Viele Übersetzungsbüros haben sich heute auf bestimmte Fachgebiete (z.B. Technik + Wirtschaft) und auf bestimmte Sprachen spezialisiert. Also klären Sie ab, ob der Übersetzer für das Fachgebiet in Frage kommt oder nicht. Und fragen Sie nach seiner Erfahrung. Ein qualifizierter Fachübersetzer wird Ihnen auch diese Frage nicht übel nehmen.

Tipp 3: Mitgliedschaft in einem Berufsverband

Die Berufsbezeichnung „Übersetzer“ ist nicht geschützt, grundsätzlich darf sich jeder so nennen. Ein entsprechendes Hochschulstudium mit einem Abschluss als Diplom-Übersetzer/in ist sicher ein geeignetes Kriterium bei der Suche nach qualifizierten Dienstleistern in Sachen Fremdsprache. Doch mittlerweile gibt es weitere Berufsabschlüsse, die für eine einschlägige Qualifikation sprechen können, zum Beispiel Bachelor oder Master. Die Berufsverbände haben sich entsprechend geöffnet, erklärt Norma Keßler, Vizepräsidentin beim Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ): „Heute sind die Zulassungsvoraussetzungen weiter gefasst, da neue Berufsabschlüsse hinzugekommen sind, zum Beispiel die staatlich geprüften Übersetzer und Übersetzerinnen“. Und: „Auch sogenannte Quereinsteiger können Mitglied werden, allerdings ist hier neben einem Hochschulabschluss der Nachweis einer mehrjährigen Berufserfahrung erforderlich.“ Eine Garantie für Qualität kann aber auch von keinem Berufsverband gegeben werden. Letzten Endes hängt die Qualität einer Dienstleistung, unabhängig von der Branche, von weit mehr ab als von der bloßen Zugehörigkeit zu einem Berufsverband.

Professionelle Übersetzungen gehen weit über das hinaus, was jemand leisten kann, der eine Fremdsprache gut beherrscht. Eine qualitativ gute Übersetzungsleistung kann nur ein qualifizierter Übersetzer bzw. eine Übersetzerin liefern, erläutert Professor Dr. Ursula Wienen an der Fachhochschule Köln zuständig für den Bereich Französische Sprach- und Übersetzungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Fachübersetzen die verantwortungsvolle Aufgabe: „Übersetzen ist eine Tätigkeit, die nicht nur ausgezeichnete Sprach- und Sachkenntnis erfordert, sondern auch Wissen über Kultur und Konventionen der in den Übersetzungsprozess einbezogenen Länder und Menschen voraussetzt. Diese verantwortungsvolle Aufgabe sollte man nur Personen übertragen, die entsprechend ausgebildet sind.“

Tipp 4: Schnellschüsse und brandeilige Aufträge

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Suche nach dem Übersetzer Ihres Dokuments. Vergeben Sie Ihren Auftrag nicht auf den "letzten Drücker" - Ihr Übersetzer braucht für die Arbeit auch die notwendige Zeit. Ein guter Übersetzer übersetzt täglich ca. 3.000 Wörter, wenn alle Voraussetzungen stimmen, manchmal auch weniger, wenn der Text extrem technisch, schwierig gestaltet ist oder der Stil des Originaltexts so sehr zu wünschen übrig lässt, dass erst einmal darin "Ordnung geschaffen" werden muss (und das kommt häufig vor!). Bitten Sie den Übersetzer nicht, viel mehr zu übersetzen: Darunter leidet nur die Qualität! Der Übersetzer muss oftmals viel recherchieren (z.B. im Internet, in Fachbüchern usw.), am Ende der Arbeit wird er seinen fremdsprachlichen Text nochmals sorgfältig durchlesen und überprüfen: Hierfür benötigt er auch Zeit.

Tipp 5: Unterstützung durch Ansprechpartner und Unterlagen

Nennen Sie einen Ansprechpartner, der dem Übersetzer für inhaltliche Rückfragen zur Verfügung steht. Diese Person sollte das Thema des zu übersetzenden Textes gut kennen und auch erreichbar sein.
Stellen Sie dem Übersetzer alle Unterlagen zur Verfügung, die ihm bei der Fertigstellung seiner Übersetzung helfen könnten, insbesondere das Firmenwörterbuch, wenn es ein solches gibt. Aber auch Unternehmensbroschüren, Hauszeitungen, frühere Übersetzungen usw. können hilfreich sein. Sie verkürzen damit die Bearbeitungszeit!

Tipp 6: Ein guter Ausgangstext

Aus einem mangelhaften Text, in dem Sinnfehler und schlechter Stil zu Unklarheiten führen, kann selbst der beste Übersetzer keinen guten Text machen. Sorgen Sie also dafür, dass er einen guten Ausgangstext bekommt. Wenn Sie hier Unterstützung benötigen: Wir helfen Ihnen gerne bei der Redaktion oder Überarbeitung Ihrer Texte!

Tipp 7: Nur Muttersprachler

Ein Übersetzer kann in der Regel nur in seiner Muttersprache eine gute Übersetzung abliefern. Achten Sie deshalb darauf. Eine Ausnahme bilden hier die zweisprachig aufgewachsenen Übersetzer, die jedoch die "Weisheit nicht mit Löffeln gefressen" haben, denn auch sie benötigen ein einschlägiges Studium, um auf diesem Gebiet bestehen zu können.

Tipp 8: Feedback

Setzen Sie sich mit dem Übersetzer in Verbindung, um ihm Anmerkungen zu seiner Arbeit mitzuteilen. Er wird Ihnen dankbar sein, denn die nächste Übersetzung wird dadurch um so besser sein. Fortschritte können nur erzielt werden, wenn die abgelieferte Arbeit beurteilt wird. Fehler dürfen sich nicht fortsetzen.

Tipp 9: Vertrauen Sie niemals den automatischen Online-Übersetzungssystemen!

Wir zeigen Ihnen ein Beispiel, was aus einem Text wird, der mit einem solchen System bearbeitet wurde, und wie der gleiche Text von einem Übersetzer "aus Fleisch und Blut" bearbeitet wird. Hier das Beispiel.

Tipp 10: Irren ist menschlich

Seien Sie anspruchsvoll, aber nicht unnachsichtig. Denn "Irren ist menschlich", und auch Übersetzer sind Menschen!

Sie sehen also - Übersetzen ist Profi-Arbeit.
Qualifikation, Wissen und Erfahrung des Übersetzers stellen sicher, dass die Übersetzung sprachlich und fachlich einwandfrei bei Ihnen eintrifft. Darauf müssen Sie sich als Auftraggeber zu 100 Prozent verlassen können.

Nehmen Sie uns beim Wort. Ihre Anfrage nehmen wir gerne entgegen.